Interview mit Zara Picken

In ihren Arbeiten kombiniert die in England lebende Zara Picken Zeichnungen und Computerelemente, um ihren wundervollen Mix aus retro angehauchten Illustrationen zu entwickeln.

Als ARTFLAKES auf ihr Portfolio stieß, zögerten wir nicht, sie anzuschreiben mit der Frage, ob sie uns ein paar Fragen über ihr Leben und ihre Arbeit beantworten könnte. Lest hier, was sie uns erzählt hat.

Seit wann und warum bist du künstlerisch tätig?
So lange ich mich erinnern kann, habe ich schon immer Kunst gemacht. Einen Großteil meiner Kindheit habe ich mit Zeichnen verbracht und mich immer beeilt, meine Hausaufgaben fertig zu schreiben, damit ich sie nachher illustrieren konnte. Für mich ist Kunst der beste Weg, mich auszudrücken und Dinge zu verarbeiten. Mit meinen Bildern kann ich meinen Meinungen eine Stimme geben und auch die Dinge sagen, für die ich sonst nicht extrovertiert genug bin.

Welche Art von Kunst machst du?
Illustrationen aller Art – für Editorials, Zeitungen, Werbung und mehr. Meine Bilder runde ich per Photoshop ab, ich würde sie als ziemlich grafisch beschreiben; es gibt einen eindeutigen Hang zum Design in meinen Arbeiten. Ich liebe Textur und Farbblöcke, die Wärme ausstrahlen, die hoffentlich eine zeitlose Qualität entwickelt. Ich mag es, mit einer intensiven Idee zu beginnen und dann zu schauen, wohin mich das Konzept bringt.

Woher nimmst du deine Inspiration?
Ich mag Musik, Bücher und Filme, bin aber vielfältig interessiert. Alles bedeutet potentielle Inspiration für mich. Gerne grübele ich über Fakten, Geschichten, Wissenschaft, Wordspielen, Philosophie und Theorien. Auch Sammlungen interessieren mich, weshalb ich sehr gerne Museen besuche oder selbst eine Anzahl verschiedener Objekte anhäufe.

Wie sieht ein gewöhnlicher Arbeitstag für dich aus?
Meine Arbeitstage haben keine Routine in dem Sinne, aber für gewöhnlich wache ich gegen halb acht auf und fange noch vor neun Uhr an zu arbeiten, indem ich mit einer Tasse Kaffee meine Mails nachschaue. Dann arbeite ich bis es Mittagessen gibt, arbeite dann weiter. Ich versuche, nachmittags einen kleinen Spaziergang zu machen, manchmal habe ich auch Zeit, in einem Café die Zeitung zu lesen – aber kein Tag gleicht dem anderen. Manchmal höre ich schon um 17 Uhr mit der Arbeit auf, manchmal auch erst um 22 Uhr. Ich liebe meine Arbeit, weshalb ich viel Zeit damit verbringe, um es so gut wie möglich zu machen.

Wie verbringst du den perfekten Sonntag?
Die meisten Sonntage ruhe ich mich aus, arbeite an persönlichen Projekten oder spiele die Gastgeberin für Besucher. Eine meiner liebsten Beschäftigungen an Sonntagen sind Besuche von Märkten, French Macarons backen, ins Kino gehen, neue Orte besuchen oder Spaziergänge mit meinem Ehemann Alex machen.

Welche Schokoladensorte magst du am liebsten?
Ich mag besonders Karamel. Momentan mag ich am liebsten gesalzenes Karamel – eine interessante Variante.

Zeig mir dein liebstes Kunstwerk (von dir selbst oder einem anderen Künstler)
Es gibt so viel Kunst, die mir gefällt – ich betreibe einen Blog namens Hovering Cat, auf dem ich einige meiner Favoriten vorstelle. Mein absolutes Lieblings-Werk wäre wahrscheinlich kein einziges Bild, sondern eine Animation – Ich liebe Filme wie „Belleville Rendez-Vous“, bei denen jeder Filmstill ein Kunstwerk für sich sein könnte. In den Animationen aus den 1950er Jahren findet man so hübsche Designs, ich liebe zum Beispiel das Buch „Cartoon Modern“ – und Bücher, die die Produktionen von Pixar zeigen, sind auch immer toll anzuschauen.

Wen sollten wir als nächstes interviewen?
Das überlasse ich euch – ihr wählt bestimmt jemand gutes aus!

Wenn du mit einem bekannten Künstler – tot oder lebendig – Kaffee trinken könntest, wen würdest du wählen?
Edward Gorey muss ein toller Künstler und eine faszinierende Persönlichkeit gewesen, ihn hätte ich gerne einmal getroffen.

Wie lautet dein Lebensmotto?
An der Wand in meinem Atelier hängt ein Poster auf dem „Lebe was du liebst“ stehst – das fasst es sehr gut zusammen.

Danke, Zara!